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Triathlon im Ostharz: Durch die Hölle

10.09.2020

Kiessee Ditfurt, Teufelsmauer Timmenrode, Roßtrappe, Hexentanzplatz, Teufelsmauer Weddersleben und die Altstadt von Quedlinburg. Das waren die Stationen beim Ritt durch die Hölle von Q. Und das ist einer der wenigen Triathlonwettkämpfe, die in diesem Jahr stattfinden durften. Der Name leitet sich von einer Gasse direkt vor dem Ziel in Quedlinburg ab, die Veranstalter machten durch die Streckenauswahl aber den ganzen Wettkampf zu einem höllischen Ritt.

 

Im mit 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie 80 Staffeln ausgebuchten Starterfeld auch Jörg Lindert vom MTV Förste. Um 6:45 Uhr erfolgte der Startschuss zum ersten und einzigen Triathlon in der Saison für den Osteroder Sportler. Das Hygienekonzept ließ keinen Massenstart zu. Alle 4 Sekunden starteten 4 Aktive.

Jörg Lindert kam beim Schwimmen trotz erheblicher Sichtprobleme durch eine Nebelschicht auf dem Wasser gut zurecht. Er legte die 2 Kilometer im 19 °C warmen Wasser in weniger als 33 Minuten als drittschnellster der Altersklasse M45 zurück. Bei nur 9 °C erfolgte der Wechsel auf die zunächst flache Radstrecke in Richtung Blankenburg. Am Hamburger Wappen in Timmenrode änderte sich das schlagartig. Spätestens der Anstieg zur Roßtrappe brachte alle Teilnehmer auf Betriebstemperatur. Die Abfahrt nach Thale bot aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse keine Möglichkeit zur Erholung. Höchste Konzentration war notwendig. Es folgte der mit Anstiegen von 10 % schwerste Teil der Radstrecke. Zwei Mal musste die Runde vorbei am Hexentanzplatz bis nach Friedrichsbrunn absolviert werden. Bei Jörg Lindert machte sich die fehlende Tempohärte bemerkbar. Viele Trainingseinheiten konnten die Wettkampfkilometer, bei denen am Limit gefahren wird, nicht ersetzen. Jörg Lindert fiel auf Rang 4 zurück. Nach 84 Kilometern mit 1400 Höhenmetern erfolgte der Wechsel auf die 21 Kilometer lange Laufstrecke.

Auch diese war mit 200 Höhenmetern nicht einfach. Auf der ersten Hälfte sorgten die imposante Kulisse der Teufelsmauer in Weddersleben, einige Zuschauer und ein welliges Profil für Abwechslung. Auf dem Weg nach Quedlinburg hatten alle Aktiven dann mit sich zu kämpfen. Als Belohnung wartete kurz vor dem Ziel die Kulisse der Altstadt von Quedlinburg. Aber erst nach dem harten Anstieg auf den Schlosshof bot sich für Jörg Lindert die Gelegenheit, die Atmosphäre zu genießen und nach dem Lauf durch die Hölle den ersten und gleichzeitig einzigen Wettkampf des Jahres auf dem Quedlinburger Marktplatz zu beenden. Da das auch auf der Laufstrecke das Tempo von Jörg Lindert nicht ganz im gewohnten Bereich lag blieb es nach 5:15 Stunden Schwerstarbeit beim 4. Platz in der Altersklasse M45.

Fazit: „Das 30. Jahr im Triathlonsport war durch die Reduzierung auf einen Wettkampf ein eher verlorenes Jahr. Die Hölle war die bislang anspruchsvollste Mitteldistanz bei nahezu idealem Wetter, mit trotz der Situation gut aufgelegten Helfern und unerwartet vielen Zuschauern. Der Wettkampf zeigt, dass Top-Events im Triathlonsport auch im Harz möglich sind. Da sich alle Aktiven und der größte Teil der Zuschauer an die Auflagen des Ordnungsamtes hielten, wurde wertvolle Erfahrungen für die kommende Saison gesammelt.“ (Text und Bilder: Familie Lindert)

 

Foto: Jörg Lindert beim Triathlon im Ostharz 2020

Fotoserien zu der Meldung


Triathlon Ostharz 2020 (06.09.2020)

Urheberrecht:
Fotos: Familie Lindert